Erster Vortrag
Die Schüler der alten Mysterien, die in jener Weisheitsverfassung waren, wie sie sich als letzte Reste bei den Magiern aus dem Morgenlande erhalten hatte, bekamen einen deutlichen Eindruck davon: Wenn wir so die Sterne anschauen, daß wir sie durchdringen mit den mathematischen Linien, mit unserer Rechnung, dann breiten wir über die äußeren Raumesweiten dasjenige aus, worin wir gelebt haben vor unserer Geburt. Und so kam sich solch ein Schüler der heiligen Mysterien vor, daß er sich sagte: Jetzt lebe ich hier auf der Erde, schaue durch meine Augen hinaus in den Weltenraum, bemerke dasjenige, was räumlich um mich herum ist. Ich habe auch gelebt innerhalb dieser Erscheinungen des Weltenraumes vor meiner Geburt oder Empfängnis. Da habe ich selber gezählt von Stern zu Stern dasjenige, was ich mir jetzt hier nur nachbildlich vergegenwärtige durch Mathematik; da bin ich selber hingeeilt mit den inneren Kräften von Stern zu Stern; da lebte ich in dem, was ich jetzt nur konstruiere. Gegenwärtig wurde den Menschen dadurch alles, was sie erlebt hatten vor der Geburt oder Empfängnis. Daher nahmen sie es auch in einem heiligen Sinne auf. Daher wußten sie auch: es ist die geistige Welt, in die sie sich da einleben, es ist die Welt, in der sie gelebt haben, bevor sie die Erde betreten haben. Dieses Wissen um die Welt, die der Mensch durchlebt, bevor er die Erde betritt, war in einem letzten Rest bei den Magiern aus dem Morgenland vorhanden; durch das erkannten sie das Herannahen der Christus-Wesenheit.
Cite:
GA 203/1921-01-01_02/p021 · edition original