{"corpus":"steiner","locus":"GA 203/1921-01-30/p014","lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"text":"Bedenken Sie nur so etwas, wie etwa die Beendigung jenes Krieges, der zwischen China und Japan stattgefunden hat gegen Ende des 19. Jahrhunderts. Was hat sich da zugetragen nach dem Friedensschluß, als die Austragung des Friedensschlusses? — Eine ungeheure Millionensumme hat der chinesische Minister auf einen Scheck geschrieben. Diesen Scheck hat er auf eine Bank tragen lassen. Irgendein untergeordneter Beamter hat diesen Scheck genommen, und dieser Scheck wurde einfach die Ursache, daß man rein bankmäßig jene ungeheure Millionensumme, die der chinesische Minister auf den Scheck geschrieben hatte, übertragen hat auf den japanischen Gesandten in China. Es hat sich da etwas abgespielt in einer leichenhaften, selbstverständlich äußeren, ich möchte sagen schattenhaften-leichenhaften Art. Und nichts anderes ist dadurch bewirkt worden, als daß die Millionenkredite, die bis dahin das chinesische Reich auf den Banken von England gehabt hat, durch dieses Hinschreiben auf den Scheck, durch das Übergeben des Schecks, an Japan übergegangen sind. Wenn man das, was da als eine Millionensumme von Kriegsentschädigungen einfach durch Überschreibung mit Hilfe eines Schecks von China auf Japan übergegangen ist auf dem Kreditwege, in alten Formen hätte zahlen wollen - ich will selbst die mildeste Form annehmen, daß man es hätte in Geld bezahlen wollen -, was hätte das bedeutet, wenn man dieses ganze Geld auch nur so, wie das chinesische Geld heute noch ist oder war vor verhältnismäßig kurzer Zeit, hätte hinübersenden müssen von China nach Japan? — Also da, wo man es noch zu tun hat mit Realitäten, zeigt einem schon die mildeste Form, was dieses moderne Leben verhältnismäßig schnell im letzten Drittel des 19. Jahrhunderts geworden ist. Die ganze menschliche Denkweise ist von solchen Dingen erfaßt worden und sie hat sich ganz selbstverständlich hineingefunden. Der Intellektualismus, der die Menschheit eben ahrimanisiert, der ist eine Selbstverständlichkeit geworden.","text_trust":"verbatim","quote_safe":true,"title":"Neunter Vortrag","site_heading":null,"date":"1921-01-30","location":null,"word_count":292,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/203/1921-01-30/p014","alignment_confidence":null,"alignment_reason":null,"two_voice_volume":false,"translation_credit":null,"edition_coverage":{"de":["original"],"en":["English"]},"available_versions":[{"lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/203/1921-01-30/p014"},{"lang":"en","edition":"English","edition_basis":null,"is_original":false,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/en/ga/203/1921-01-30/p014","paragraph_aligned":true}],"record":{"record_type":"unknown","scope":"volume","note":"How this text was taken down (shorthand transcript, listeners' notes or manuscript) is not on record here. Unknown is not an assurance of a stenogram: check the edition's own notes before resting an argument on one word.","evidence":null,"evidence_translation":null,"evidence_source":null}}