Neunter Vortrag

GA 203/1921-01-30/p019 ·1921-01-30 · original (original)
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Wie kommt man zum Gleichgewichtszustande? — Da muß man eben auf etwas hinweisen, was man nennen könnte die «Goldene Regel der modernen anthroposophisch orientierten Geisteswissenschaft». Wissenschaft, sie ist gut. Wissenschaft mußte heraufkommen in der neueren Entwickelung. Aber diese Wissenschaft braucht eine Ergänzung. Sie braucht die Erkenntnis des Menschen. Und diese Erkenntnis des Menschen kann allein gebracht werden durch die Geisteswissenschaft. Es ist keine Erkenntnis des Menschen, wenn man den Menschen seziert und das Hirn nimmt und die Leber nimmt und den Magen nimmt und das Herz nimmt, denn da bekommt man eben, nur in einer etwas anderen Form, was man in der Tierwelt auch bekommt. Das hat alles tatsächlich keinen Wert für die Menschenerkenntnis als solche. Einen Wert für die Menschenerkenntnis hat nur dasjenige, was man aus der Geisteswissenschaft heraus über den Menschen gewinnt. In dem Augenblicke, in dem man weiß, daß der Mensch mit seinem eigentlichen Ich im Willen wurzelt, daß er mit seinem willenserfüllten Ich zunächst seine eigentliche irdische Geistigkeit darstellt, daß diese im Irdischen ergreift den Stoffwechsel als solchen, hat man zunächst einen Anhaltspunkt, diesen Stoffwechsel im Menschen zu studieren und dann dessen Spezifizierung durch den menschlichen Organismus hindurch. Man kommt vom Geistigen aus zum Ergreifen des Leiblichen im Menschen. Lernt man erkennen das rhythmische System, wie es sich ausprägt in der Gestaltung des Atmungsverlaufes, des Blutsverlaufes, so bricht man mit dem Aberglauben, daß das Herz eine Pumpe ist, die das Blut wie irgendein Gewässer durch den Organismus treibt. Dann lernt man erkennen, daß Tafel 4

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Cite: GA 203/1921-01-30/p019 · edition original