Neunter Vortrag
Das soziale Leben verluziferisiert, wenn es gewissermaßen nur hinführt zu der Forderung der Freiheit innerhalb dessen, was Null geworden ist. Null wird der Mensch sich selber nicht sein, wenn er zu einer wirklichen Selbsterkenntnis gelangt; denn er wird dann wissen, wie sich in dem, was innerhalb seiner Haut ist, das ganze Weltengebäude ein Abbild schafft, wie jeder Mensch ein Ergebnis der ganzen Welt in sich trägt innerhalb seiner Haut. Im sozialen Leben wird der Impuls der Freiheit dadurch zum Äquilibrium hingetragen, daß wir kennenlernen dasjenige, was als Geistiges der Welt zugrunde liegt, daß wir hinauskommen über die bloße materielle Weltenbetrachtung, die ja gerade das ist, was charakteristisch geworden ist für die Erkenntnisentwickelung der letzten Jahrhunderte.
Cite:
GA 203/1921-01-30/p026 · edition original