Erster Vortrag

GA 204/1921-04-02_02/p018 ·1921-04-02 · original (original)
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Worauf beruht das? Das beruht darauf, daß es in der Tat so ist: Wir haben das geistig-seelische Wesen des Menschen, das tragen wir in uns. Und dieses geistig-seelische Wesen, das ist der Schöpfer der ganzen Form unseres Organismus. Und wir brauchen uns nicht zu verwundern darüber, daß da, wo der Organismus seine vollkommenste Partie hat, im Nervensystem des Gehirns, daß da das Abbild, das die geistig-seelische Wesenheit heraussetzt, vollkommen ähnlich sieht diesem geistig-seelischen Wesen. Es ist in der Tat so, daß da, wo der Mensch am meisten, wenn ich so sagen möchte, Mensch ist, in seinem Nervenbau, daß er da ein getreues Abbild ist des Geistig-Seelischen, so daß derjenige, der zufrieden ist mit dem Abbild, der vor allen Dingen ein Sinnliches vor sich haben will und zufrieden ist mit dem Abbild, in der Tat dasselbe, was man zunächst mit Bezug auf den Menschen im Geistig-Seelischen sieht, auch in dem Abbild sieht. Und da er kein Verlangen hat nach dem Geistig-Seelischen, da er gewissermaßen nur das Abbild will, so hält er sich an den Bau des Gehirns. Und weil dieser Bau des Gehirnes ebenso besonders vollendet sich darstellte dem Betrachter um die Mitte des 19. Jahrhunderts, so lag es wiederum, wenn man die damalige Veranlagung der Menschheit nimmt, ungeheuer nahe, den theoretischen Materialismus auszubilden. Denn was liegt eigentlich beim Menschen vor? Wenn man den Menschen als solchen betrachtet - ich will ihn hier schematisch zeichnen - und dann den Gehirnbau nimmt, dann ist das so, daß zunächst der Mensch ein dreigliedriges Wesen ist, wie wir wissen: der Gliedmaßenmensch, der rhythmische Mensch und der Nerven-Sinnesmensch. Wenn wir den Nerven-Sinnesmenschen ansehen, so haben wir den vollkommensten Teil des Menschen vor uns, sozusagen den am meisten menschlichen Teil. In diesem am meisten menschlichen Teil spiegelt sich die äußere Welt (siehe Zeichnung, rot). Ich will dieses Spiegeln dadurch bezeichnen, daß ich zum Beispiel die Wahrnehmungen durch das Auge bezeichne. Ich könnte auch die Wahrnehmungen durch das Ohr zeichnen und so weiter. Die äußere Welt also spiegelt sich in dem Menschen, so daß wir vorliegen haben den Bau des Menschen und die Spiegelung der äußeren Welt in diesem Menschen. Solange wir den Menschen so betrachten, können wir eigentlich gar nicht anders, selbst wenn wir über die manchmal recht groben Vorstellungen des Materialismus hinausgehen, als den Menschen materialistisch zu deuten. Denn wir haben auf der einen Seite den Bau des Menschen. Wir können diesen Bau verfolgen in all seinen feineren Gewebestrukturen und bekommen, je mehr wir gegen die Kopforganisation heraufgehen, ein getreues Abbild des Geistig-Seelischen. Und wir können dann weiterverfolgen dasjenige, was sich von der Außenwelt in dem Menschen spiegelt. Das ist aber bloßes Bild. Wir haben die Realität des Menschen, die wir in ihre feineren Strukturen hinein verfolgen können, und wir haben das Bild der Welt.

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