Erster Vortrag

GA 204/1921-04-02_02/p023 ·1921-04-02 · original (original)
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Aber jetzt betrachten Sie etwas anderes. Der Mensch muß organisch vollkommen gesund sein, wenn er sozusagen das Träumen richtig vertragen will. Zum Träumen gehört, daß man sich organisch völlig in der Hand hat, daß der Moment immer wiederum eintreten kann, wo man weiß: Das ist ein Traum gewesen. — Es muß irgend etwas nicht in Ordnung sein, wenn jemand nicht zu dem Moment kommen könnte, wo er vollkommen durchschauen würde: etwas ist ein Traum gewesen. Man hat ja Menschen kennengelernt, die haben geträumt, daß sie geköpft worden sind. Nun denken Sie, wenn diese Menschen hinterher nicht unterscheiden können dieses geträumte Köpfen von dem wirklichen Köpfen und glauben würden, daß sie nun wirklich geköpft sind und würden doch weiterleben müssen, bedenken Sie doch nur einmal, wie wenig solche Menschen, ohne konfus zu werden, die Tatsachen durch das Unterscheiden zusammenbringen könnten. Sie müßten fortwährend erleben: Ich komme eben vom Köpfen. - Und wenn sie voraussetzen müßten, daß sie das glauben müßten, dann kann man ja ungefähr ermessen, welche Worte sich da ihren Lippen entringen würden. Also, es handelt sich darum, daß der Mensch immerzu die Möglichkeit hat, sich so in der Hand zu haben, daß er Träume von dem In-der-Wirklichkeit-Drinnenstecken mit seinem Vorstellen unterscheiden kann. Aber es gibt doch auch Menschen, die können das nicht. Es gibt Menschen, die erleben allerlei Halluzinatorisches, Visionäres und dergleichen und halten es für Wirklichkeiten. Die können es nicht unterscheiden, die haben sich nicht so stark in der Hand. Was bedeutet das? Das bedeutet, daß bei diesen Leuten das, was im Traume lebt, einen Einfluß auf ihre Organisation hat, daß ihre Organisation angepaßt ist der Traumvorstellung. Sie haben irgendwo etwas nicht vollständig ausgebildet in ihrem Nervensystem, was vollständig ausgebildet sein sollte; daher ist der Traum in ihnen tätig, er wirkt in ihnen.

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