Erster Vortrag

GA 204/1921-04-02_02/p024 ·1921-04-02 · original (original)
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Wenn also irgend jemand seine Traumvorstellungen nicht von den erlebten Wirklichkeiten unterscheiden kann, so bedeutet das, daß die Traumkraft in ihm organisierend wirkt. Sobald der Traum unseres ganzen Gehirnes mächtig würde, würden wir überhaupt die ganze Welt als Traum anschauen. Wer solch eine Tatsache in ihrem vollen Werte betrachten kann, der wird nach und nach zu Dingen kommen, zu denen sich allerdings unsere gewöhnliche Wissenschaft heute nicht aufschwingen will, weil sie nicht den Mut dazu hat; er wird dazu kommen, einzusehen, daß in dem, was im Traumleben kraftet, dasselbe liegt, was in uns Organisationskraft ist, was Wachstums-, Belebekraft ist. Nur dadurch, daß gewissermaßen unser Organismus so in sich konsolidiert ist, daß er so feste Strukturen hat, daß er widersteht dem gewöhnlichen Traum, nur dadurch hat die Kraft der gewöhnlichen Träume nicht die Macht, seine Struktur auseinanderzureißen, und der Mensch kann unterscheiden das Traumerlebnis vom Wirklichkeitserlebnis.

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