Erster Vortrag
Man braucht sich da nicht zu verwundern, daß jemand, der so auf seinen physischen Leib baut, das Gefühl bekommt, dieser physische Leib ist das einzig Arbeitende im Menschen drinnen. - Und es war schon das Leben des Menschen allmählich so geworden, daß es sich ganz und gar in den physischen Leib hineinarbeitete, und er daher auch zu dem Glauben kam: der physische Leib ist alles in der menschlichen Organisation. Ich glaube nicht, daß ein anderes Zeitalter als dasjenige, welches auf den physischen Leib diesen großen Wert legt, hätte zu einer so grotesken Erfindung - verzeihen Sie diesen Ausdruck - kommen können, wie es die Stenographie ist. Denn man hat ja, als man keine Stenographie gehabt hat, nicht solchen Wert darauf gelegt, das Wort und die Wortfolge so unbedingt festzuhalten und so festzuprägen die Worte, wie sie im Stenogramm festgehalten werden wollen. So festprägen kann sie ja nur der Abdruck im physischen Leib. Also nur die besondere Vorliebe für das Abprägen im physischen Leibe bewirkt auch die andere Vorliebe, dieses abgeprägte Wort zu erhalten, ja nicht irgend etwas zu erhalten, was um ein Niveau höher erhoben ist. Da hätte die Stenographie nämlich nichts zu suchen, wenn man diejenigen Formen festhalten wollte, die sich im ätherischen Leibe ausprägen. Es gehörte schon die materialistische Tendenz dazu, um etwas so Groteskes zu erfinden, wie es die Stenographie ist.
Cite:
GA 204/1921-04-02_02/p031 · edition original