Dritter Vortrag

GA 204/1921-04-09/p020 ·1921-04-09 · original (original)
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Als das Staatschristentum entstand, dem dann die spätere katholische Kirche nachgebildet worden ist, da war das Zeitalter erreicht, wo auch, ich möchte sagen, die letzte Nuance vom alten Wort, vom alten Wortbegriff verlorengegangen ist aus der Vorstellung der Idee. Aristoteles hat im Grunde genommen nichts anderes getan, als die subjektive Logik herausgelöst aus dem Logos und die Theorie dieser subjektiven Logik ausgebildet. Die herrschende Geistes- und Seelenverfassung der Menschheit hat aber damals noch wenig berücksichtigt, was Aristoteles so als die subjektive Logik begründet hat. Im Gegenteil, es ist vergessen worden und erst wiederum auf dem Umwege der Araber in die spätere Zeit hineingekommen. Es hat gelebt; aber so, wie es außer diesem Umweg durch direkte Tradition gelebt hat, hat man noch genau empfunden, daß man es da zu tun hat auf der einen Seite mit der subjektiven Logik, auf der anderen Seite aber mit der Anschauung eines weltschöpferischen Prinzipes im Logos, in welchem noch etwas war von dem, was man erfaßt hatte in der alten Vorstellung vom Worteerklingen im Inneren des Menschen als dem Gegenbild des Wortverstummens, aber des im Verstummen die Natur schaffenden Logos.

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Cite: GA 204/1921-04-09/p020 · edition original