Dritter Vortrag

GA 204/1921-04-09/p021 ·1921-04-09 · original (original)
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Dann, im 4. Jahrhundert der nachchristlichen Zeit ging diese Nuance verloren aus dem Logosbegriff. Sie ist nicht mehr aufzufinden, sie verschwindet. Sie erhält sich höchstens in einigen einsamen Denkern, mystischen Forschern. Aus dem allgemeinen Bewußtsein auch der repräsentativen Kirchenväter und Kirchenlehrer verschwindet sie. Und was dann noch immer als eine sehr umfassende, ideell durchgeistigte Weltanschauung auftritt etwa bei Scotus Erigena, darin ist nicht mehr der alte Logosbegriff, wenn auch das Wort gebraucht wird. Es ist der alte Logosbegriff völlig filtriert zum abstrakten Ideenbegriff. Und das weltschöpferische Prinzip wird jetzt aufgefaßt nicht durch den alten Logosbegriff, sondern durch den sublimierten oder filtrierten Ideenbegriff. Das ist es, was in der Schrift des Scotus von der Einteilung der Natur dann aufgetreten ist, was aber schon vollständig im Grunde aus dem Bewußtsein verschwunden ist: dieses Nicht-mehr-Haben des Logosbegriffs, diese Umwandlung des Logosbegriffs in den Ideenbegriff.

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