{"corpus":"steiner","locus":"GA 204/1921-04-30/p015","lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"text":"Die Whigs sind ja im wesentlichen eigentlich die Fortpflanzung desjenigen, was man nennen könnte, eine von allgemeiner Menschenliebe getragene, in Schottland aufgegangene Menschheitsströmung. Die Tories sind ursprünglich katholisierende, der Sage nach, die aber einen gewissen historischen Hintergrund hat, sogar katholisierende Pferdediebe aus Irland gewesen. Dieser Gegensatz, der sich dann ausdrückt in dem besonderen politischen Wollen, der spiegelt ein gewisses patriarchalisches Sein; und dieses patriarchalische Sein, das hat gewisse elementare Kräfte fortbehalten. Man kann das sehen aus der Art und Weise, wie die Besitzer größerer Ländereien zu denjenigen Menschen gestanden haben, die als Untertanen auf diesen Ländereien gesessen haben. Bis ins 19. Jahr- . hundert geht ja dieses Untertanenverhältnis; bis ins 19. Jahrhundert war es ja so, daß im Grunde genommen niemand ins Parlament gewählt wurde, der nicht durch ein solches grundbesitzerliches Verhältnis eine gewisse Macht hatte. Man muß nur bedenken, was das bedeutet. Solche Dinge wiegt man nicht in der richtigen Weise. Man muß nur bedenken, was es bedeutet, daß zum Beispiel erst im Jahre 1820 im englischen Parlament das Gesetz abgeschafft wurde, wonach man einen Menschen, der eine Uhr gestohlen oder der gewildert hat, mit dem Tode bestrafte. Bis dahin war es durchaus gesetzliche Bestimmung, daß jemand, der eine Taschenuhr gestohlen hatte oder der Wilddieb war, mit dem Tode bestraft wurde. Das zeigt ja durchaus, wie geblieben waren gewisse alte elementare Zustände. Heute sieht der Mensch das, was in seiner unmittelbaren Gegenwart lebt, und er verlängert sozusagen die wesentlichsten Grundbestandteile der Zivilisation der Gegenwart nach rückwärts und sieht nicht, wie kurz eigentlich die Zeit ist, in der für die wichtigsten europäischen Gegenden diese Dinge sich aus ganz elementaren Zuständen erst herausgebildet haben.","text_trust":"verbatim","quote_safe":true,"title":"Elfter Vortrag","site_heading":null,"date":"1921-04-30","location":null,"word_count":273,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/204/1921-04-30/p015","alignment_confidence":null,"alignment_reason":null,"two_voice_volume":false,"translation_credit":null,"edition_coverage":{"de":["original"],"en":["English"]},"available_versions":[{"lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/204/1921-04-30/p015"},{"lang":"en","edition":"English","edition_basis":null,"is_original":false,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/en/ga/204/1921-04-30/p015","paragraph_aligned":true}],"record":{"record_type":"unknown","scope":"volume","note":"How this text was taken down (shorthand transcript, listeners' notes or manuscript) is not on record here. Unknown is not an assurance of a stenogram: check the edition's own notes before resting an argument on one word.","evidence":null,"evidence_translation":null,"evidence_source":null}}