Elfter Vortrag

GA 204/1921-04-30/p023 ·1921-04-30 · original (original)
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Wir sehen dann den Napoleonismus und wir sehen das staatlich-soziale Experimentieren im Laufe des 19. Jahrhunderts. Die erste Hälfte des 19. Jahrhunderts ist ja in Frankreich ein Experimentieren ohne Ziel. Wie sind die Ereignisse, durch welche so ein Louis-Philippe zum Beispiel König von Frankreich wird und dergleichen, wie wird da experimentiert? — Es wird so experimentiert, daß man sieht, der schattenhafte Verstand vermag nicht wirklich in die realen Verhältnisse einzugreifen. Es bleibt alles ungetan im Grunde genommen, es bleibt alles unvollendet, es bleibt alles Erbschaft des alten Romanismus. Man könnte sagen: Heute ist noch immer nicht das Verhältnis, das die Französische Revolution im Abstrakten ganz klar hatte, das Verhältnis, sagen wir zur katholischen Kirche, in der äußeren konkreten Wirklichkeit in Frankreich geklärt. Und wie unklar war es von Zeit zu Zeit immer wiederum im Laufe des 19. Jahrhunderts. Der abstrakte Verstand hatte sich zu einer gewissen Höhe heraufgerungen in der Revolution, und dann ein Experimentieren, ein Nicht-Gewachsensein den äußeren Verhältnissen. Und so traf diese Nation das Jahr 1840.

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