Elfter Vortrag

GA 204/1921-04-30/p025 ·1921-04-30 · original (original)
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Und dann sehen wir, wie nun die Menschheit im übrigen Europa ringt, so ringt, daß in Mitteleuropa ja überhaupt nur immer ein kleiner Teil der Menschheit sich heraufringen kann zu einem gewissen Bewußtsein, sozusagen in einer gewissen Weise erlebt, daß jetzt das Ich eintreten soll in die Bewußtseinsseele. Wir sehen, wie das in einer gewissen geistigen Höhe erreicht werden soll. Wir sehen es in jener merkwürdigen Kulturhöhe des Goetheschen Zeitalters, in der ein Fichte gewirkt hat, wir sehen, wie sich da das Ich vordrücken will zur Bewußtseinsseele herein. Aber wir sehen, wie die ganze Goethe-Kultur etwas bleibt, was im Grunde genommen nur bei ganz wenigen lebt. Ich glaube, die Menschen studieren allzuwenig, was selbst noch in der jüngsten Vergangenheit war. Die Menschen denken zum Beispiel einfach: Goethe hat gelebt von 1749 bis 1832; er hat den «Faust» und alles Mögliche geschrieben. - Das ist das, was man weiß von Goethe, und das war seither da.

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