Fünfzehnter Vortrag

GA 204/1921-06-02/p044 ·1921-06-02 · original (original)
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Aber das vierte Kapitel ist doch etwas sehr Merkwürdiges. Versuchen wir einmal von einem gewissen Gesichtspunkte aus zu verstehen, was das eigentlich sein müßte. Versetzen wir uns da jetzt in die vorchristliche Zeit zurück. Da würde, wenn wir einen solchen repräsentativen Geist, wie der Scotus Erigena einer für das 9. Jahrhundert war, etwa unter den Ägyptern suchen würden, da würde ein solcher Geist noch in sehr lebendiger Weise etwas wissen über die Theologie. Er würde noch viel lebendigere Begriffe von der Ideal- oder Engelwelt haben, von dem, was die ganze Welt Durchstrahlendes und Durchgeistigendes ist. Das alles würde er wissen und er würde sagen: Es hat einmal eine menschliche Anschauung in der ersten Zeit gelebt, die den Geist in allen Dingen sah. Dann wurde der Geist abstrakt hinaufgezogen in die Höhe. Er wurde zur Idealwelt, dann zur göttlichen Welt. Und dann kommt das vierte Zeitalter. Das sollte nun noch vergeistigter sein als das theologische Zeitalter. Dieser griechisch-lateinische Zeitraum, in dem ja Scotus Erigena lebte, sollte also eigentlich vergeistigter sein als der dritte Zeitraum. Und gar erst der fünfte, der darauf folgt, unser eigener, der müßte erst recht ein vergeistigter Zeitraum sein, denn der würde mit der materialistischen Wissenschaft anstelle der Soteriologie oder Eschatologie entweder als viertes angeführt werden müssen, oder man müßte ein fünftes daranfügen mit unserer Naturwissenschaft, und die müßte das Geistigste sein.

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