Psychoanalysis in the Light of Anthroposophy
Der Stoffwechsel des Menschen, der ist keineswegs jenes bloße retortuale Brodeln und Kochen, von dem die heutige Physiologie spricht. Sie brauchen ja nur einen Schritt zu machen, so wird ein Stoffwechsel vollführt. Dieser Stoffwechsel, der da vollführt wird, der ist nicht bloß der chemische Vorgang, den man untersuchen kann mit den Mitteln der Physiologie, der Chemie, sondern der ist zugleich moralisch gefärbt, der trägt eine moralische Nuance. Und diese moralische Nuance wird tatsächlich aufgespeichert im Herzen und als karmische Kraft hinübergetragen in die nächste Inkarnation. Und den ganzen Menschen studieren, heißt, in ihm die Kräfte finden, die durchaus über das Erdenleben hinausreichen. Unser Haupt selbst ist ja eine Kugel. Nur dadurch, daß der übrige Organismus daran hängt, ist die Kugelgestalt beeinträchtigt. Unser Haupt wird ganz aus dem Kosmos herausgebildet. Wir müssen ja, wenn wir durch den Tod durchgehen, in unserer Organisation, wie sie uns dann geistig-seelisch bleibt, eigentlich uns anpassen dem ganzen Kosmos. Der ganze Kosmos nimmt uns dann auf. Und ungefähr bis zu dem Zeitpunkte, der in der Mitte drinnen liegt zwischen zwei Inkarnationen — ich habe ihn in einem meiner Mysteriendramen die Mitternachtsstunde des Daseins genannt -, bis zu diesem Zeitpunkt, wenn ich mich so ausdrücken darf, vergrößern wir uns immer in die Umwelt hinein. Wir werden nach und nach ganz identisch mit der Umwelt. Und was da von uns in die Umwelt hinausgeht, das gibt die Konfiguration für das Astralische und das Ätherische der nächsten Inkarnation.
Cite:
GA 205/1921-07-02/p018 · edition original