Psychoanalysis in the Light of Anthroposophy

GA 205/1921-07-02/p025 ·1921-07-02 · original (original)
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Unsere gegenwärtige Therapie ist ein Sammelsurium von empirischen Notizen. Zu einer wirklichen rationellen Therapie kann man erst kommen, wenn man auf diese Weise die Wechselbeziehungen zwischen der Organwelt im menschlichen Inneren und der Außenwelt studiert. Allerdings muß man dann überwinden die wollüstige Sehnsucht nach der subjektiven Mystik. Wenn man durchaus nicht weiterkommen will als bis zu dem bekannten Gottesflämmchen des Meister Eckhart und so weiter, wenn man bloß Wollust im Inneren ausgießen, schöne Bilder haben will und nicht durchdringen will durch dieses ganze Element zu der konkreten Konfiguration der inneren Organe, dann kann man auch nicht zu wirklich bedeutsamen therapeutischen Erkenntnissen durchdringen. Denn diese therapeutischen Erkenntnisse ergeben sich auf dem Wege echter Mystik, die also zum Konkreten des Inneren des Menschen aufrückt. Ebenso wie wir da in das Innere des Menschen hineindringen und auf dem Umwege durch dieses Innere kennenlernen das Herübergehen durch die Inkarnationen, ebenso wie wir also dieses innere Leben des Menschen kennenlernen, gelangen wir, wenn wir das Äußere betrachten, durch die Sinneswelt, durch den Sinnesteppich hindurch ins Geistige. Da kommen wir in die Welt der geistigen Hierarchien hinauf, die wir nicht auf dem Umwege durch innere Mystik gefunden haben, sondern die werden auf dem Wege durch eine tiefere Anschauung der äußeren Welt gefunden. Und auf diesem Wege ergibt sich auch dasjenige, was man ja dann zuerst in Analogien ausdrücken kann. Aber es sind nicht bloße Analogien, sondern es sind da durchaus tiefere Beziehungen vorhanden.

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