{"corpus":"steiner","locus":"GA 205/1921-07-08/p006","lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"text":"Gewiß, bis zu diesen Beobachtungen dringt man ja vor, und in bezug auf diese Beobachtungen sind ja durchaus schöne Resultate zu verzeichnen. Aber was man nicht bemerkt, das ist, daß erstens, wenn der Mensch sich ein wenig, ich möchte sagen, einem Anflug der Versenkung überläßt, ein wenig sich gehen läßt und die Gedanken frei laufen läßt, er dann wahrnehmen kann, wie in diesen gewöhnlichen Gedankenablauf, der sich anschließt an den äußeren Verlauf der Ereignisse, sich etwas doch hineinmischt, was dem Träumen nicht unähnlich ist, auch dann, wenn wir im wachen Zustande sind. Man kann schon sagen: Vom Aufwachen bis zum Einschlafen verläuft gewissermaßen — während wir uns anstrengen, unser Gedankenleben den äußeren Verhältnissen, in die wir hineinverwoben sind, anzupassen — ein unbestimmtes Träumen. Gewissermaßen wie zwei Ströme, die da sind, kann es uns vorkommen: die obere Strömung, die wir beherrschen mit unserer Willkür, und eine untere Strömung, die eigentlich wirklich so verläuft, wie die Träume selbst in ihrer Bilderaufeinanderfolge verlaufen. Gewiß, man muß sich ein bißchen dem inneren Leben hingeben, wenn man das bemerken will, wovon ich eben jetzt spreche. Aber es ist immer vorhanden. Man wird immer bemerken: eine Unterströmung ist da. Da wirbeln die Gedanken durchaus so bildhaft ineinander, wie sie in den Träumen durcheinanderwirbeln, da reiht sich das Bunteste aneinander. Da kommen Reminiszenzen aus allem möglichen, die ebenso wie der Traum nach dem bloßen Wortgleichklang andere Gedanken an sich heranrufen, sich mit ihnen verbinden. Und Menschen, welche sich innerlich gehen lassen, Menschen, welche zu bequem sind, um sich den äußeren Verhältnissen mit ihrem Gedankenablauf anzupassen, die können bemerken, wie ein inneres Streben besteht, sich hinzugeben solchen wachen Träumen.","text_trust":"verbatim","quote_safe":true,"title":"Achter Vortrag","site_heading":null,"date":"1921-07-08","location":null,"word_count":271,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/205/1921-07-08/p006","alignment_confidence":null,"alignment_reason":null,"two_voice_volume":false,"translation_credit":null,"edition_coverage":{"de":["original"],"en":["English"]},"available_versions":[{"lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/205/1921-07-08/p006"},{"lang":"en","edition":"English","edition_basis":null,"is_original":false,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/en/ga/205/1921-07-08/p006","paragraph_aligned":true}],"record":{"record_type":"unknown","scope":"volume","note":"How this text was taken down (shorthand transcript, listeners' notes or manuscript) is not on record here. Unknown is not an assurance of a stenogram: check the edition's own notes before resting an argument on one word.","evidence":null,"evidence_translation":null,"evidence_source":null}}