Achter Vortrag

GA 205/1921-07-08/p016 ·1921-07-08 · original (original)
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So sehen wir uns gewissermaßen mit unserer gewöhnlichen Gedankenwelt hineingestellt in eine allgemeine Gedankenwelt, welche wie durch eine Grenze auseinandergehalten wird, und von der ein Teil in uns, ein Teil außer uns ist. Dasjenige, was in uns ist, es erscheint uns sehr deutlich eben als eine Art von Traum. Es ruht immer auf dem Grund unserer Seele ein chaotisches Gedankengewebe, wir können sagen, etwas, was nicht von Logik durchzogen ist. Aber diese äußere Gedankenwelt, ja, wahrnehmen kann sie ja allerdings das gewöhnliche Bewußtsein nicht. Also aus unmittelbarem Anschauen, aus unmittelbarem Erleben kann die Natur dieser äußeren Gedankenwelt nur enthüllen das wirkliche geistige Schauen, das dann schon tiefer in die Regionen eintritt, die in «Wie erlangt man Erkenntnisse der höheren Welten?» beschrieben werden. Aber dann stellt sich auch heraus: Diese Gedankenwelt, in die wir da eintauchen zwischen dem Einschlafen und Aufwachen, das ist eine Gedankenwelt, die nicht nur so logisch ist, wie unsere gewöhnliche Gedankenwelt logisch ist, sondern die eine viel höhere Logik enthält. Wenn man den Ausdruck nicht mißverstehen will, so möchte ich diese Gedankenwelt eine überlogische Gedankenwelt nennen. Sie ist, ich möchte sagen, ebensoweit über der gewöhnlichen Logik gelegen, wie unsere träumerische Welt, unsere wachende träumerische Welt unter der Logik gelegen ist.

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Cite: GA 205/1921-07-08/p016 · edition original