Achter Vortrag
Vielleicht wird es uns durch die folgende Erörterung am allerdeutlichsten. Wenn wir den Menschen schematisch anschauen und haben irgendein Organ, Lunge oder Leber in ihm, so haben wir in einem solchen Organe Kräfte. Diese Kräfte sind nicht bloß innere menschliche Kräfte, diese Kräfte sind Weltenkräfte. Und wenn alles, was äußere physische Welt ist und uns als physische Welt vor das Anschauen tritt, wenn das alles einstmals mit dem Erdenuntergang verschwunden sein wird, so wird weiter wirken dasjenige, was jetzt als innere Kräfte unserer Organe existiert. Man möchte sagen, alles, was unsere Augen sehen, unsere Ohren hören können, alle äußere Welt ist eine Welt, die zunächst abklingt mit dem Erdenende. Was unsere Haut bedeckt, was wir im Inneren tragen, was umschlossen wird von unserer Organisation, das enthält geistig dasjenige, was fortbesteht, wenn die äußere Welt, die unsere Sinne sehen, einstmals nicht mehr da sein wird. Im Grunde genommen arbeitet innerhalb der menschlichen Haut etwas, was über die Erde hinauslebt; innerhalb der menschlichen Haut liegen die Zentren, die Kräfte dessen, was über das Erdendasein hinausarbeitet. Wir stehen als Mensch nicht bloß in der Welt, damit wir für uns unsere Organe umschließen, wir stehen in der Welt als Mensch, damit der Kosmos selber innerhalb unserer Haut sich gestaltet. In demjenigen, wohin unser gewöhnliches Bewußtsein nicht reicht, umschließen wir etwas, was nicht bloß uns, was der Welt angehört. Das, was da der Welt angehört, ist es auferbaut aus dem, was die chaotischen Vorgänge des wachen Träumens darstellen?
Cite:
GA 205/1921-07-08/p019 · edition original