Achter Vortrag

GA 205/1921-07-08/p033 ·1921-07-08 · original (original)
Record: unknown. How this text was taken down (shorthand transcript, listeners' notes or manuscript) is not on record here. Unknown is not an assurance of a stenogram: check the edition's own notes before resting an argument on one word.

Die heutige Welt ist noch weit entfernt davon, dieses innerliche Verwobensein des Menschen mit dem Kosmos studieren zu können, dieses Darinnenstehen des Menschen in dem Kosmos. Ich habe auf dieses Darinnenstehen eklatant aufmerksam gemacht in meiner «Philosophie der Freiheit», wo Sie an bemerkenswerten Stellen finden werden, wie ich zeige, daß der Mensch unter dem gewöhnlichen Bewußtsein zusammenhängt mit dem ganzen Kosmos, daß er ein Glied ist des ganzen Kosmos, und daß dann gewissermaßen aufblüht aus diesem allgemein Kosmischen das Individuell-Menschliche, das dann mit dem gewöhnlichen Bewußtsein umfaßt wird. Gerade diese Stelle meiner «Philosophie der Freiheit» ist von den wenigsten verstanden worden; die meisten haben nicht gewußt, um was es sich handelt. Es ist auch kein Wunder, daß in einem Zeitalter, in dem die Abstraktion bis zur Einsteinerei blüht, daß in einem Zeitalter, in dem diese allerdings in sich außerordentlich geistreiche, aber eben absolut abstrakte Anschauung als etwas Besonderes der Welt vorgeführt wird, dasjenige nicht verstanden wird, was in die Wirklichkeit, eben in die wahre Wirklichkeit einführen will.

Read this passage in another edition
DEoriginalENEnglish
Raw JSON: /v1/steiner/de/ga/205/1921-07-08/p033.json
Cite: GA 205/1921-07-08/p033 · edition original