Achter Vortrag
In dem Augenblicke, wo man das Denken noch hat, trotzdem man keine sinnliche Anschauung hat, in dem Augenblick hat man das Denken zugleich als Wille. Es ist kein Unterschied mehr zwischen Wollen und Denken. Denn das Denken ist ein Wollen und das Wollen ist dann ein Denken. Wenn das Denken ganz sinnlichkeitsfrei geworden ist, dann hat man das Weltgeschehen an einem Zipfel. Und das ist es, was man vor allen Dingen anstreben muß: den Begriff zu bekommen von diesem reinen Denken. Von diesem Punkte aus wollen wir dann morgen weiter reden.
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GA 205/1921-07-08/p036 · edition original