{"corpus":"steiner","locus":"GA 206/1921-08-14/p007","lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"text":"Das können natürlich gerade die meisten Menschen heute nicht, und am wenigsten die Wissenschafter des heutigen Tages. Die sind gewöhnt, Ideen nur zu haben, wenn diese Ideen entlehnt sind der äußeren Sinneswelt. Und sie lassen sich höchstens in der Mathematik darauf ein, sonst lassen sie sich aber gar nicht ein auf das Erfassen von Ideen, die dann aus sich selbst heraus verfolgt werden, wie die mathematischen Gebilde aus sich selbst heraus verfolgt werden. Alles, was der Geisteswissenschafter bringt, kann man verfolgen, wenn man den Willen entwickelt, sich auf solche Ideen einzulassen, und man kann eigentlich ideell alles nachprüfen. Aber man muß wollen. Dazu gehört eben - das muß immer wieder betont werden - gar keine okkulte Schulung, aber dazu gehört eine Überwindung dessen, was man gerade heute aufnimmt als anerkannt wissenschaftliche Denkmethoden, die durchaus nicht zusammenfallen mit dem gesunden Menschenverstand, weil sie eben die Denkgewohnheiten erzeugt haben, nur das gelten zu lassen, was ein Korrelat in der sinnlichen Welt hat. Wir müssen heute eine Anzahl von Ideen entwickeln, welche uns weiterführen können in den Betrachtungen, die wir gewonnen haben. Wenn unser Vorstellungsleben abläuft, wenn wir also vorstellen, so geht ja in uns etwas vor. Und was da vorgeht, das ist nicht der abstrakte Prozeß, der heute vielfach beschrieben wird, sondern es ist ein Prozeß, in dem durchaus auch etwas lebt, was man materielle Vorgänge nennt. Man ist nicht dadurch Materialist, daß man das Geistige bis in seine materiellen Wirkungen hinein verfolgt, man ist nur dadurch Materialist, daß man das Geistige aus einem Vorurteile heraus ablehnt.","text_trust":"verbatim","quote_safe":true,"title":"Zweiundzwanzigster Vortrag","site_heading":null,"date":"1921-08-14","location":null,"word_count":255,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/206/1921-08-14/p007","alignment_confidence":null,"alignment_reason":null,"two_voice_volume":false,"translation_credit":null,"edition_coverage":{"de":["original"],"en":["English"]},"available_versions":[{"lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/206/1921-08-14/p007"},{"lang":"en","edition":"English","edition_basis":null,"is_original":false,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/en/ga/206/1921-08-14/p007"}],"record":{"record_type":"unknown","scope":"volume","note":"How this text was taken down (shorthand transcript, listeners' notes or manuscript) is not on record here. Unknown is not an assurance of a stenogram: check the edition's own notes before resting an argument on one word.","evidence":null,"evidence_translation":null,"evidence_source":null}}