{"corpus":"steiner","locus":"GA 207/1921-10-01/p003","lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"text":"Wir haben gestern darauf hinweisen können, wie der Mensch in seinem Bewußtsein gewissermaßen nach zwei Seiten hin an die Welt herankommt: wenn er sich nach innen und wenn er sich nach außen betätigt. Für das gewöhnliche Bewußtsein allerdings wird das, was im Menschen da lebt, nicht erfaßbar, weil das Bewußtsein gerade daran anstößt. Aber wir haben eben doch gesehen, wie das Karma im Menschen auch zwischen Geburt und Tod nach zwei Seiten hin lebt: auf der einen Seite, wenn der Mensch beim Aufwachen untertaucht in seinen Ätherleib, wo er, während er untertaucht, auch im gewöhnlichen Bewußtsein die Reminiszenzen der Träume haben kann. Dann passiert er gewissermaßen den Zwischenraum zwischen Ätherleib und physischem Leib - im physischen Leib ist er ja erst, wenn er die volle Sinneswahrnehmung hat — und geht da durch die Region der in ihm befindlichen lebendig wirksamen Gedanken. Das sind dieselben Gedanken, die eigentlich an dem Aufbau seines Organismus teilgenommen haben, die er durch die Geburt ins Dasein mitgebracht hat und die, mit anderen Worten, sein verflossenes, sein fertiges Karma ausmachen. Dann aber stößt der Mensch beim Einschlafen an dasjenige, was nicht Handlung werden kann. Was aus unseren Gemüts- und Willensimpulsen in die Handlungen eintritt, das wird ja ausgelebt im Leben. Aber es bleibt immer etwas zurück, und das nimmt der Mensch in den Schlaf hinein. Das ist aber auch sonst vorhanden. Alles das, was aus dem Seelenleben nicht in die Handlung hineingeht, was gewissermaßen vor der Handlung stehenbleibt, ist das werdende Karma, das sich bildet und das wir dann weiter durch den Tod tragen. Kurz, ich habe gestern darauf hinweisen wollen, wie im Menschen die Kräfte des Karma leben.","text_trust":"verbatim","quote_safe":true,"title":"Vierter Vortrag","site_heading":null,"date":"1921-10-01","location":null,"word_count":273,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/207/1921-10-01/p003","alignment_confidence":null,"alignment_reason":null,"two_voice_volume":false,"translation_credit":null,"edition_coverage":{"de":["original"],"en":["English"]},"available_versions":[{"lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/207/1921-10-01/p003"},{"lang":"en","edition":"English","edition_basis":null,"is_original":false,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/en/ga/207/1921-10-01/p003"}],"record":{"record_type":"unknown","scope":"volume","note":"How this text was taken down (shorthand transcript, listeners' notes or manuscript) is not on record here. Unknown is not an assurance of a stenogram: check the edition's own notes before resting an argument on one word.","evidence":null,"evidence_translation":null,"evidence_source":null}}