Vierter Vortrag

GA 207/1921-10-01/p014 ·1921-10-01 · original (original)
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Und jetzt gehen wir zu Wesen, welche nun nicht unter den Menschen stehen in der Reihe der Naturreiche, sondern die über dem Menschen stehen. Wie können wir von diesen Wesen eine gewisse Vorstellung bekommen? Wie bildet sich überhaupt auch für das Bewußtsein, das wir begründen müssen durch Geistesforschung, durch Anthroposophie, wie bildet sich da eine Vorstellung von solchen höheren Wesen? Nun, Sie wissen aus der Darstellung meines Buches «Wie erlangt man Erkenntnisse der höheren Welten?» und aus dem, was ich über denselben Gegenstand in mündlichen Vorträgen gegeben habe, daß wir von dem Tagesbewußtsein, das wir das gegenständliche Bewußtsein nennen, aufwärtssteigen können zum imaginativen Bewußtsein. Wenn wir in gesunder Weise zum imaginativen Bewußtsein aufsteigen, dann werden wir ja zunächst von unserer Leiblichkeit frei. Wir weben im Ätherleben. Dadurch werden unsere Vorstellungen nicht scharf konturiert sein, sie werden ineinanderfließende Imaginationen sein, aber sie werden eben so sein, daß sie demjenigen Gedankenleben ähneln, das ich gestern charakterisierte, das wir beim Aufwachen finden zwischen Ätherleib und physischem Leib. Wir leben uns schon in ein solches Gedankenleben ein. Es ist nicht so, dieses Gedankenleben, in das wir uns in der Imagination einleben, daß wir in freier Willkür einen Gedanken zu dem anderen hinzugliedern, sondern die Gedanken gliedern sich selber ineinander. Es ist ein Gedankenorganismus, ein bildhafter Gedankenorganismus, in den wir uns hineinleben. Aber dieser bildhafte Gedankenorganismus hat Lebenskraft in sich. Er stellt sich uns so dar, daß er gedankenwesenhaft ist, aber daß er eigentlich lebt, daß er Eigenleben in sich hat; nicht das Eigenleben, das die physischirdischen Dinge haben, aber ein Eigenleben, das im Grunde genommen alles durchwebt und durchlebt. Wir leben uns hinein in eine Welt, die im Imaginieren lebt, deren Tätigkeit das Imaginieren ist.

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Cite: GA 207/1921-10-01/p014 · edition original