Vierter Vortrag
So also gelangen wir, indem wir gewissermaßen das, was wir im Inspirieren von innen erleben, von der umgekehrten Seite anschauen, an die Objektivität der nächsthöheren Wesen heran. Und ebenso ist es beim Intuitieren, beim intuitiven Erkennen. Aber ich muß vorher noch sagen: Wenn wir als Mensch gewissermaßen bloß aus dem Gedankenweben der Welt herausgesponnen wären, dann würden wir nicht mitbringen in dieses Leben unser Seelisches, das sich durchgelebt hat durch das Leben vom letzten Tode bis zu dieser Geburt; denn was da herausgesponnen wird aus dem allgemeinen Gedankenweben der Welt, das ist eben aus dem Kosmos herausgesponnen, das ist uns zuteil geworden durch den Kosmos. Da hinein muß dann erst das Seelische kommen. Und dieses Seelische kommt da hinein durch eine solche Exspirationstätigkeit, durch eine zu der Inspiration umgekehrten Tätigkeit. Wir sind also gewissermaßen herausexspiriert aus dem seelisch-geistigen Weltenall. Indem uns der Kosmos mit seinem Gedankenweben umspinnt, durchdringt uns die geistig-seelische Welt exspirierend mit dem Seelischen. Aber sie muß dieses Seelische ja zuerst aufnehmen. Und da kommen wir an das heran, was nun wiederum nur vom Menschen aus richtig begriffen werden kann.
Cite:
GA 207/1921-10-01/p019 · edition original