{"corpus":"steiner","locus":"GA 207/1921-10-01/p030","lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"text":"Sie sehen also, wenn wir so mit geistigem Blick verfolgen, was auf der einen Seite im Physischen lebt, was auf der anderen Seite im Geistigen lebt, dann stellt sich uns das Bild des Menschenwerdens wirklich vor die Seele hin. Wir sind aber auch, indem wir durch das Gedankengewebe, das die Sehnsucht hat, Mensch zu werden, sich zu unserem physischen Dasein herunterzuneigen, wir sind da verwandt mit all den Wesen, die in der nächsten Sphäre über den Menschen leben, die sich imaginieren. Wir passieren gewissermaßen die Sphäre der sich imaginierenden Wesen. Und gerade in dem Augenblicke, wo diese Umkehrung stattfindet, da findet auch unsere Ich-durchdrungene Seele die Möglichkeit, nun fortzuleben in den beiden Strömungen, die ja divergieren, aber mit denen die Seele lebt, kosmisch lebt, bis sie sich wiederum nach der vollen Erfüllung der Menschwerde-Sehnsucht einkörpert und eben ein einzelner Mensch wird. Die Seele lebt im Grunde genommen sehr kompliziert, und hier in der Mitternachtsstunde des Daseins geht sie über den Abgrund. Sie wird gewissermaßen aus unserer Vergangenheit selber, jener Vergangenheit zunächst, die zwischen unserem letzten Tode und der Mitternachtsstunde des Daseins liegt, hereininspiriert. Die Mitternachtsstunde des Daseins passieren wir durch eine Tätigkeit, die dem Inspirieren, wenn man es innerlich erlebt, ähnlich ist, und die äußerlich ein Exspirieren ist, herrührend aus früherem Dasein. Ist die Seele über die Mitternachtsstunde des Daseins hinweg, da kommen wir zusammen mit denjenigen Wesen, die in zweiter Stufe über dem Menschen stehen und die im Exspirieren leben, wie ich gesagt habe.","text_trust":"verbatim","quote_safe":true,"title":"Vierter Vortrag","site_heading":null,"date":"1921-10-01","location":null,"word_count":245,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/207/1921-10-01/p030","alignment_confidence":null,"alignment_reason":null,"two_voice_volume":false,"translation_credit":null,"edition_coverage":{"de":["original"],"en":["English"]},"available_versions":[{"lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/207/1921-10-01/p030"},{"lang":"en","edition":"English","edition_basis":null,"is_original":false,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/en/ga/207/1921-10-01/p030","paragraph_aligned":true}],"record":{"record_type":"unknown","scope":"volume","note":"How this text was taken down (shorthand transcript, listeners' notes or manuscript) is not on record here. Unknown is not an assurance of a stenogram: check the edition's own notes before resting an argument on one word.","evidence":null,"evidence_translation":null,"evidence_source":null}}