Achter Vortrag
Und der menschliche astralische Leib: Wir wissen, daß der Mensch ja durchmacht durch längere Zeit, wenn er durch die Pforte des Todes getreten ist, das, was ich beschrieben habe in meinem Buche «Theosophie» als den Gang durch die Seelenwelt. Ich habe dort beschrieben, wie die Umwandlungen des menschlichen Erlebens in dieser Seelenwelt nach dem Tode sich abspielen, wie der Mensch durch gewisse Zustände durchgeht, die ich Begierdenglut, fließenden Reiz und so weiter genannt habe. Aber all das, was da von dem Menschen durchgemacht wird, wenn es auch längere Zeit währt, es ist auch etwas, was man als sich auflösend empfinden kann, was man sogar als verschwindend empfinden kann. Lesen Sie nur die letzten Seiten dieser Beschreibung, die da handelt von des Menschen Durchgang durch die Seelenwelt nach dem Tode, und Sie werden aus der Art und Weise, wie dort geschildert ist, dieses Gefühl bekommen, wie, ich möchte sagen, hinschwindet in die Welt, was da der Mensch als astralischen Leib in sich getragen hat, wie es gewissermaßen so hinschwindet, wie wenn finstere Wolken in einem allgemeinen Lichtmeere von diesem Lichtmeere aufgezehrt würden. Ich habe ganz absichtlich dort in meiner «TheosoPhie» die Schilderung stilistisch so gestaltet, daß man etwas fühlen und empfinden kann von diesem Sich-Auflösen, wie wenn Finsternis in dem Lichte sich auflösen würde, wie wenn das Tote vom Leben verzehrt würde. Fühlen Sie an der Schilderung des Endes dieses Durchganges durch die menschliche Seelenwelt nach dem Tode, wie das ist, dann werden Sie sagen: Wenn so geschildert wird dieser Durchgang durch die Seelenwelt, dann haben wir ja auch etwas geschildert in ähnlicher Weise, wie der Imagination die Bilder des physischen Leibes vor dem geistigen Auge stehen, wie dem Menschen gleich nach dem Tode der ätherische Leib vor dem Seelenauge steht.
Cite:
GA 207/1921-10-09/p011 · edition original