Elfter Vortrag
Wenn wir unsere Sinne hinausrichten in unsere Weltumgebung zwischen Geburt und Tod, dann stellt sich uns die Welt als Erscheinung, als Schein dar. Wir können diesen Schein in unser Ich-Wesen hereinnehmen. Wir können ihn zum Beispiel in der Erinnerung behalten, haben ihn also dann in gewissem Sinne zu unserem Eigentum gemacht. Aber insofern er beim Hinausschauen in die Welt vor uns steht, ist er eben Schein, ein Schein, der sich als solcher noch ganz besonders dadurch zu erkennen gibt, daß er ja, wie ich Ihnen gestern gezeigt habe, im Tode verschwindet und in anderer Form wiederum auftritt, indem er nun nicht mehr in uns erlebt wird, sondern vor uns oder um uns erlebt wird.
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GA 207/1921-10-16_02/p005 · edition original