Elfter Vortrag

GA 207/1921-10-16_02/p019 ·1921-10-16 · original (original)
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Einzelne haben das geahnt. Lesen Sie bei Schopenhauer nach, was er über die Sinnlosigkeit der Geschichte aus dem abendländischen Glauben heraus vorgebracht hat, dann werden Sie eben sehen, daß Schopenhauer diese Sinnlosigkeit durchaus empfunden hat. Es muß auftreten das Verlangen, in einer anderen Weise den Sinn der Geschichte wiederum zu finden. Aus der Welt, die wir genügend finden können für die Naturerkenntnis, aus der Welt des Scheines, aus ihr heraus können wir uns gerade im Goetheschen Sinne eine befriedigende Naturerkenntnis bilden, wenn wir auf Hypothesen verzichten und in der Phänomenologie, das heißt in der Scheinlehre, in der Erscheinungslehre stehenbleiben. In der Naturlehre kann Befriedigung sein, wenn wir uns nur enthalten der störenden Hypothesen über Erdenanfang und Erdenende. Aber wir sind dann gewissermaßen in unserer Erdenhöhle eingeschlossen; wir sehen nicht heraus. Die Kant-Laplacesche Theorie und der Wärmetod verbauen uns den Ausblick in die zeitlichen Weltenweiten.

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