Dreizehnter Vortrag

GA 208/1921-10-22_02/p017 ·1921-10-22 · original (original)
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Betrachten wir also nach der Gedankenwelt die Sprachwelt. Ich habe schon öfter darauf aufmerksam gemacht, daß der Mensch natürlich mehr von seiner Sprachwelt als von seiner Gedankenwelt erlebt. Diese fließt ein in das Sprechen. Obwohl Wille auch einfließt in das Gedankenelement, so wird das ja nur in sehr geringem Grade vom gewöhnlichen Bewußtsein bemerkt. Aber in das Sprechen fließt, schon bemerkbar für das gewöhnliche Bewußtsein, stark der menschliche Wille ein. Aber das, was in der Sprache eigentlich lebt, das wird doch von dem gewöhnlichen Bewußtsein außerordentlich wenig erfaßt. Es nimmt der Mensch von dem, was im Laute lebt, heute in dem intellektualistischen Zeitalter kaum mehr wahr als etwas Zeichenartiges, als etwas, was ihm etwas anderes bezeichnet. Das innere Leben des Lautes ist ja etwas, was für die gegenwärtige Menschheit sehr hinter das Bewußtsein zurückgetreten ist. Man kann für den heutigen Menschen nur noch hinweisen darauf, wie er sich besinnen kann, wie im Laute, im Tönen der Laute etwas liegt, was man als ein eigenes Lebenselement erfassen kann.

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