Dreizehnter Vortrag
Ich habe ja oftmals schon ein Bild gebraucht, mit dem man sich helfen kann, wenn eben gewöhnliche materialistische Triviallinge kommen und sagen: Erkläre uns nur nicht die Entstehung des Menschen im Leibe der Mutter durch das ganze Universum, führe uns ja nicht ins Universum hinaus; das mußt du eben durch die Kontinuität des Keimplasmas durch die Generationen hindurch erklären. — Ich habe gesagt, man kann sich da so behelfen, daß man sagt: Irgend jemand hat eine Magnetnadel, die weist nach Norden und nach Süden. Nun kommt einer und sagt: Da gibt es verrückte Physiker, die sagen, daß die ganze Erde ein Magnet sei und daß der magnetische Erdsüdpol diesen Pol zu sich hinzieht. Die Gründe, daß die Magnetnadel sich so stellt, die darf man nur in der Magnetnadel selber suchen. Was geht da die Erde diese Magnetnadel an! — So ungefähr aber sprechen heute unsere Biologen, wenn sie von dem Keim sprechen. Sie schauen nur auf den Keim hin. Geradeso wie aber in der Magnetnadel die ganze Erde tätig ist, so ist das ganze Universum beim Gestalten des Keimes tätig. Nur liegt natürlich der Anteil, den der Mensch daran hat, zurück im Unbewußten.
Cite:
GA 208/1921-10-22_02/p034 · edition original