{"corpus":"steiner","locus":"GA 208/1921-10-23/p011","lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"text":"Dann trat immer mehr und mehr dasjenige ein, was eben mit der Verstandes- oder Gemütsseele heraufkommen konnte. Der Mensch begann in sich selber den Verstand rege zu machen. Der Mensch begann Begriffe auszuarbeiten. Die griechische Kultur zeichnete sich dadurch aus, daß sie eigentlich durchaus aus alten Zeiten noch, ich möchte sagen, jene Engelweisheit hatte, aber sie durcharbeitete mit menschlichen Begriffen. Und eine solche Weisheit wie die Weisheit Platos, die macht auf uns eben einen so großen Eindruck aus dem Grunde, weil bei Plato schon vorhanden war das subjektive Erarbeiten der Begriffs- oder Vorstellungswelt, zugleich aber hereinstrahlte in dieses Erarbeiten die alte instinktive Weisheit. Daher die Platonischen Schriften in einer so wunderbaren Weise höchste Weisheit verbinden mit dem, was doch schon im Elemente des Menschlich-Persönlichen lebt. Und man kann sich, wenn man die ganze Seelenverfassung Platos ins Auge faßt, gar nicht denken, daß er in einer anderen Form als in der Dialogform seine Weisheitsbücher abgefaßt haben könnte, aus dem einfachen Grunde, weil er deutlich spürte, was der ältere Mensch unbestimmt empfand. Der ältere Mensch sagte sich: Die Weisheit ist einfach da, sie erfaßt mich, sie strahlt in mich herein. Plato fand sich selbst in einer Art von Wechselgespräch mit dem Wesen, das in ihn herein die Weisheit brachte. Wie im Dialog erlebte er selber die Weisheit, daher er sie auch am liebsten im Dialog zum Ausdruck brachte.","text_trust":"verbatim","quote_safe":true,"title":"Vierzehnter Vortrag","site_heading":null,"date":"1921-10-23","location":null,"word_count":226,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/208/1921-10-23/p011","alignment_confidence":null,"alignment_reason":null,"two_voice_volume":false,"translation_credit":null,"edition_coverage":{"de":["original"],"en":["English"]},"available_versions":[{"lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/208/1921-10-23/p011"},{"lang":"en","edition":"English","edition_basis":null,"is_original":false,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/en/ga/208/1921-10-23/p011","paragraph_aligned":true}],"record":{"record_type":"unknown","scope":"volume","note":"How this text was taken down (shorthand transcript, listeners' notes or manuscript) is not on record here. Unknown is not an assurance of a stenogram: check the edition's own notes before resting an argument on one word.","evidence":null,"evidence_translation":null,"evidence_source":null}}