{"corpus":"steiner","locus":"GA 208/1921-10-23/p021","lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"text":"Man muß sagen: Durchaus ein starkes luziferisches Element lebt in der Theologie, lebt in der Kunst, wie sie uns aus alten Zeiten heraufgebracht worden ist, jener Kunst, die vorzugsweise suchen muß, damit sie künstlerisch sein kann, Überirdisches, die nicht vollständig herunterkommen kann bis zum Menschen. Da, wo sie herunterkommt, erscheint sie uns wie mit einem Sprung herunterversetzt in das Instinktive. Denn wir sehen ja das Leben der Renaissance selber so, daß es gewissermaßen in sich hat den Himmel, von dem es Vorstellungen hat, keine Anschauungen mehr, Vorstellungen, die es sogar künstlerisch wunderbar beleben kann; wir sehen aber darunter sich entwickeln ein instinktives Ausarten des Renaissancelebens. Es ist immerhin ein großartiges, aber eigentlich manchmal schreckhaftes Schauspiel der Weltgeschichte, wie so ein Papst Alexander VI. oder auch Leo X., auf der einen Seite gelehrte, durch und durch gelehrte Menschen sind, wie sie das Höchste von übersinnlichen Welten in ihren Vorstellungen tragen, wie sie aber als Renaissancemenschen das, was menschliche Persönlichkeit ist, nicht erheben können bis in diese geistige Höhe, wie das da unten instinktiv ausartet. Und so sehen wir diese Schreckenskerle, die Renaissancemenschen, auf der einen Seite etwas wie ein höheres tierisches Leben entfalten, und darüber sehen wir sich ausbreiten, den luziferischen Charakter tragend, den Himmel, der in einer auf der einen Seite wunderbaren, auf der anderen Seite eben durchaus luziferischen Theologie vorstellungsgemäß an die Menschen herangebracht worden ist.","text_trust":"verbatim","quote_safe":true,"title":"Vierzehnter Vortrag","site_heading":null,"date":"1921-10-23","location":null,"word_count":227,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/208/1921-10-23/p021","alignment_confidence":null,"alignment_reason":null,"two_voice_volume":false,"translation_credit":null,"edition_coverage":{"de":["original"],"en":["English"]},"available_versions":[{"lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/208/1921-10-23/p021"},{"lang":"en","edition":"English","edition_basis":null,"is_original":false,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/en/ga/208/1921-10-23/p021","paragraph_aligned":true}],"record":{"record_type":"unknown","scope":"volume","note":"How this text was taken down (shorthand transcript, listeners' notes or manuscript) is not on record here. Unknown is not an assurance of a stenogram: check the edition's own notes before resting an argument on one word.","evidence":null,"evidence_translation":null,"evidence_source":null}}