Einundzwanzigster Vortrag
Wir haben öfters betont, daß wir im Seelischen abstrakt gut unterscheiden können das Vorstellungsmäßige, das Gefühlsmäßige und das Willensmäßige. Aber in dem wirklichen Seelenleben, wie es sich abspielt, laufen diese drei Betätigungen des Seelenlebens durcheinander. Man kann verspüren das Willensmäßige, wenn man Vorstellungen miteinander verknüpft, oder wenn man Vorstellungen voneinander trennt. Man kann auch das Durchtränktsein der Vorstellung mit dem Gefühl durchaus in dem Bewußtsein verfolgen. Wenn die eine Vorstellung anwesend ist, haben wir ein Gefühl des Sympathisierens mit der Vorstellung, wenn eine andere Vorstellung vorhanden ist, vielleicht ein Gefühl der Antipathie für diese Vorstellung. Also die Vorstellungen sind gefühlsmäßig durchtränkt.
Cite:
GA 208/1921-11-12/p007 · edition original