Einundzwanzigster Vortrag

GA 208/1921-11-12/p027 ·1921-11-12 · original (original)
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Und hier bekommen Sie eine Anschauung über etwas, was ja sonst immer außerordentlich abstrakt bleibt. Denken Sie doch, wenn der Mensch von seinem Gewissen spricht, dann spricht er von diesem Gewissen als etwas sehr Realem; wenn er aber irgendeine bestimmte Anschauung von seinem Gewissen geben soll, dann kommt er sogleich ins Unbestimmte. In bezug auf die moralische Impulsivität ist das Gewissen etwas sehr real Erlebtes in uns. Wenn man in Gemäßheit der äußeren Wissenschaft ebenso über das Gewissen nachdenkt, wie man etwa über Wärme oder Licht und dergleichen nachdenkt, dann fällt man ins Chaotische hinein. Man kommt zu keinen bestimmten Ansichten. Hier bekommen Sie eine bestimmte Ansicht. Hier bekommen Sie die Ansicht, daß Sie auf Ihre moralische Seelenverfassung fortwährend Antwort bekommen aus der geistigen Welt. Sie tragen das, was die geistige Welt an Ihnen gestaltet, herein in Ihr physisches und Ihr ätherisches Dasein. Damit tragen Sie die Stimme des Gewissens herein. Im wachen Leben verwandelt sich das, was man als Antwort bekommt in Gestaltung und Tingierung, in die Stimme des Gewissens. Überhaupt alles, was unsere innerliche moralische Stimmung ist, müssen wir aus solchen Erkenntnissen heraus auf den Schlafzustand beziehen.

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Cite: GA 208/1921-11-12/p027 · edition original