Zweiundzwanzigster Vortrag
Wir haben, sagen wir zum Beispiel in dem Auge nicht nur diejenige Organisation, welche das Sehen vermittelt, sondern wir haben im Auge zu gleicher Zeit ein Abbild des Kosmos, der geistigen Kräfte des Kosmos. Der Mensch hat in der Zeit vom Tode bis zu der Geburt gelebt im geistig-seelischen Kosmos. Die Organisation des Auges ist nachgebildet diesem Leben im geistig-seelischen Kosmos. Das Auge hat, so wie alle Organe des Hauptes, eine doppelte Aufgabe: erstens die Korrespondenz mit der Außenwelt durch das Sehen zu vermitteln. Das geschieht während des wachen Lebens. Während des Schlafeslebens wirkt das Auge mit seiner Umgebung, namentlich mit seiner Nerven- und Blutumgebung zurück auf den physischen Organismus, insofern dieser der Stoffwechsel-Gliedmaßenorganismus ist, und es wirken zum Beispiel während des Schlafes die Kräfte des geschlossenen Auges auf das Nierensystem des Menschen und prägen dem Nierensystem das kosmische Bild ein. Andere Organe des Hauptes prägen anderes aus dem Kosmos dem menschlichen Stoffwechsel-Gliedmaßensystem ein. Und so haben wir für den physischen Leib unsere Schlafenszeit vor allen Dingen dazu, daß die Kräfte des Hauptes gestaltend wirken auf den Stoffwechsel-Gliedmaßenmenschen (siehe Zeichnung, rötliche Pfeile, und Schema). Gerade während des Schlafes geschieht es, Tan daß, wenn ich schematisch zeichnen will, vom Haupte fortwährend gestaltende Kräfte nach dem unteren Menschen hin strahlen, so daß tatsächlich das Haupt sich während des Schlafes zum Stoffwechsel-Gliedmaßenmenschen als der geistig-seelische Gestalter verhält.
Cite:
GA 208/1921-11-13/p013 · edition original