Zweiundzwanzigster Vortrag

GA 208/1921-11-13/p041 ·1921-11-13 · original (original)
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Aber wenn wir, ich möchte sagen, überspringen diesen Zeitraum des Intellektualismus und zurückblicken in Zeiten, in denen noch lebendig waren die alten religiösen Bilder, die aber bis weit in das Mittelalter der modernen Menschheit herein zu gleicher Zeit Erkenntnisbilder waren, wenn wir auf die Kultbilder hinschauen, die in der religiösen Praxis geübt wurden, dann finden wir in alledem etwas, was ungeheuer ähnlich ist, nur eben aus dem Instinkt gewonnen, dem, was wir heute wiederum mit klarem Bewußtsein aus den geistigen Welten herausholen können. Denn ich muß schon sagen: Wenn der Gedanke aus der Inspiration hervorkommt, der sich ausdrückt in dem Satze: Der astralische Leib wird schlafend der Richter der Seele -, dann kann man finden, wie einem als adäquates Bild entgegentritt, was Michelangelo gemalt hat in der Sixtinischen Kapelle als «Weltgericht». Man hat in diesem Bilde des «Weltgerichtes» am Altar der Sixtinischen Kapelle etwa, was aus uralten Zeiten heraufragt. Es hat nur christliche Form angenommen. Und als es christliche Form angenommen hatte, war es schon mehr traditionell. Aus der Überlieferung heraus wurden diese Dinge hingemalt. Es hat Zeiten in der Menschheitsentwickelung gegeben, in denen diese Dinge lebendig angeschaut worden sind. Da hat der Instinkt eben hingeschaut auf die inspirierte Imagination der im Schlafe sich richtenden Menschenseelen.

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Cite: GA 208/1921-11-13/p041 · edition original