Zweiundzwanzigster Vortrag

GA 208/1921-11-13/p047 ·1921-11-13 · original (original)
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Das sind historische Tatsachen, welche man gerade dann ins Gedächtnis der Menschen hereinrufen soll, wenn man auf die wichtigsten Wahrheiten hinweist, die wiederum durch anthroposophische Geisteswissenschaft an die Oberfläche des bewußten menschlichen Daseins gebracht werden können. Heute ist es sehr notwendig, auf diese Dinge hinzuweisen, denn in den einzelnen abstoßenden Erscheinungen, die Ihnen hier in unmittelbarer Nähe entgegentreten können aus der Ecclesia catholica Romana heraus, sehen Sie, wie ahrimanischer Geist eindringen konnte. Man darf sich auf der einen Seite durch diesen ahrimanischen Geist nicht täuschen lassen darüber, daß die Ecclesia catholica non Romana eben doch in sich birgt lichtvolle ewige Weisheit. Und in dem hiesigen Theologenkursus, den ich abhalten durfte, zeigte es sich, daß aus jener protestantischen Sehnsucht, die sich da geltend machte nach einer Vertiefung des Protestantismus nach der spirituellen Seite hin, aus dem Rationalismus, aus dem Intellektualismus heraus, es zeigte sich, daß einigen der Teilnehmer gegenüber das Wort: Ecclesia catholica non Romana geradezu wie eine Befreiung gewirkt hat. Denn wir sind heute durchaus auf dem Standpunkte, daß der Rationalismus ebenso überwunden werden muß wie das Welttum der römischen Kirche; daß die Menschheit wiederum sich zusammenfinden muß in einem allgemeinen geistigen Leben, das aber nicht in Anspruch genommen werden darf durch irgendein weltliches Herrschaftsgelüste.

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