{"corpus":"steiner","locus":"GA 209/1921-11-27/p043","lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"text":"Sie sehen schon, tief wahr ist es, was ich auch gestern am Schlusse meines Vortrages vor der hiesigen Studentenschaft gesagt habe, tief, tief innerlich wahr ist es: Der Mensch braucht in der Gegenwart, wenn er vom Niedergang zu einem wirklichen Aufstieg wiederum kommen will, die Überwindung des Abstrakten, man möchte sagen, des SeelischLeichenhaften, das im gegenwärtigen Intellektualismus und Rationalismus vorhanden ist. Der Mensch braucht eine Art Auferweckung des Seelisch-Geistigen. Und diese Auferweckung des Seelisch-Geistigen, die erkennt man eben in seiner Notwendigkeit aus den Erscheinungen des sozialen und geschichtlichen Gegenwartslebens heraus. Wenn man sie richtig und unbefangen erkennt, dann sagt man sich: Anthroposophie hat gewiß eine ewige Aufgabe, eine Aufgabe gegenüber dem im Menschen, was über alle Zeitepochen in ihm leben muß. Aber in der heutigen Gegenwart hat sie auch eine zeitliche Aufgabe. Sie muß den Menschen zurückbringen von der Veräußerlichung, von der Lähmung, von der Ertötung des göttlich-geistigen Lebens in ihm. Sie muß dieses göttlich-geistige Leben zurückbringen, indem der Mensch lernt, sich nicht bloß als ein Erdenwesen, sondern als ein Himmelswesen anzusehen, indem er lernt, daß er sein Erdendasein in der richtigen Weise nur dadurch führen kann, daß er die Kräfte des himmlischen Daseins, des Daseins zwischen Tod und neuer Geburt in dieses Erdenleben hineinträgt.","text_trust":"verbatim","quote_safe":true,"title":"Zweiter Vortrag","site_heading":null,"date":"1921-11-27","location":null,"word_count":205,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/209/1921-11-27/p043","alignment_confidence":null,"alignment_reason":null,"two_voice_volume":false,"translation_credit":null,"edition_coverage":{"de":["original"],"en":["English"]},"available_versions":[{"lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/209/1921-11-27/p043"},{"lang":"en","edition":"English","edition_basis":null,"is_original":false,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/en/ga/209/1921-11-27/p043","paragraph_aligned":true}],"record":{"record_type":"unknown","scope":"volume","note":"How this text was taken down (shorthand transcript, listeners' notes or manuscript) is not on record here. Unknown is not an assurance of a stenogram: check the edition's own notes before resting an argument on one word.","evidence":null,"evidence_translation":null,"evidence_source":null}}