IX. Das Fest Der Erscheinung Christi
Wenn man die Geschichtsentwickelung bis zu dem Mysterium von Golgatha hin auf sich wirken läßt, so stellt sich diese so dar, daß die Menschheit in Urzeiten begabt war mit einer Urweisheit übersinnlicher Art, mit einer Urweisheit, vor der man die tiefste Ehrfurcht haben muß, wenn man sie in ihrer ganzen Innerlichkeit, in ihrer ganzen Wesenheit zu betrachten in der Lage ist. In den ersten, nur äußerlich auf kindliche Art auftretenden Weistümern der Menschheit offenbart sich unendlich vieles nicht nur über das Irdische, sondern vor allen Dingen über das Außerirdische, und wie das Außerirdische auf die Erde wirkt. Dann sieht man, wie im Verlaufe der Menschheitsentwickelung dieses Licht einer Urweisheit in den Menschengemütern immer weniger und weniger leuchtet, wie die Menschen immer mehr den Zusammenhang mit dieser Urweisheit verlieren. Und abgeglommen, geschwunden aus dem menschlichen Gemüte ist diese Urweisheit gerade in derjenigen Zeit, in der das Mysterium von Golgatha herannahte. Alle Erscheinungen des geschichtlichen Werdens im griechischen und insbesondere im römischen Leben zeigen auf die verschiedenste Art, daß gerade die Besten der Menschheit sich bewußt waren: es muß ein neues Himmlisches in das Erdenleben einschlagen, damit die Erde mit der Menschheit ihre weitere Entwickelung finden könne.
Cite:
GA 209/1921-12-25/p011 · edition original