IX. Das Fest Der Erscheinung Christi

GA 209/1921-12-25/p020 ·1921-12-25 · original (original)
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Wenn man bei dem berühmten Historiker Ranke die Jesus-Gestalt sich aufsucht, wie er sie darstellt als den schlichten, aber hervorragendsten Menschen, der jemals über die Erde geschritten ist, wenn man all die liebevoll geschilderten Züge der Rankeschen profanen Geschichte über den Jesus liest, so unterscheidet sich dieses innerlich kaum mehr von dem, was die dem Materialismus verfallenen Theologen des 19. Jahrhunderts über die Jesus-Gestalt zu sagen haben. Die Theologie wird materialistisch. Der Christus verschwindet gerade für die aufgeklärte Theologie aus der Menschheitsanschauung. Der «schlichte Mann aus Nazareth» wird allmählich dasjenige, worauf einzig und allein diejenigen hinweisen wollen, welche das Wesen des Christentums zu schildern unternehmen. Und berühmt geworden ist ja die Schilderung des Wesens des Christentums von Adolf Harnack.

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