Neujahrsbetrachtung
Wenn man den Menschen nun geistig ins Auge faßt, dann kann auch für das Geistige das Luziferische und das Ahrimanische in Anspruch genommen werden. Es äußert sich hier für das Erdendasein zunächst das menschliche Wesen in geistiger Beziehung durch die Wechselzustände zwischen Wachen und Schlafen. Im Wachzustande sind wir mit unserem geistigen Teil ganz dem Materiellen hingegeben. Man muß in dieser Beziehung folgendes sagen: Wenn der Mensch einschläft, so ist er vom Einschlafen bis zum Aufwachen in einem Zustande, den man als geistig-seelisches Dasein bezeichnen kann. Der Mensch geht mit seinem geistig-seelischen Dasein beim Einschlafen aus dem physischen und ätherischen Leibe heraus und taucht wiederum unter in den physischen und ätherischen Leib mit seinem Geistig-Seelischen beim Aufwachen. So trägt der Mensch gewissermaßen im Schlafzustande seinen geistig-seelischen Zustand in sich; aber den seelischen Zustand, den behält er beim Aufwachen fast ganz als seelisches Leben zurück. Nur mit dem Geiste taucht er vollständig auch in den Leib unter. So daß wir im Wachen mit unserem Geiste in der Periode der heutigen Menschheitsentwickelung eben ganz Leib werden, in das Leibliche untertauchen, wenigstens bis zu einem hohen Grade. Da verfallen wir dann aus einem Dasein, wie wir es eben im Schlafe haben, in das Dasein des wachen Zustandes. Wir werden herübergetragen aus dem einen Zustand in den andern. Und diesen Übergang den bewirken Kräfte, die wir zu den ahrimanischen zu zählen haben.
Cite:
GA 210/1922-01-01/p023 · edition original