Neujahrsbetrachtung

GA 210/1922-01-01/p030 ·1922-01-01 · original (original)
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Und wenn wir heraufgehen in die neuere Zeit, wenn wir sehen, wie der Mensch den Blick nach außen richtet auf das Mechanisch-Physikalische der Welt, das adäquat nur in der richtigen Weise erfaßt werden kann durch das Denken, durch den Umgang mit der äußeren Welt, so sehen wir deutlich walten das Ahrimanische in diesem Zeitraume. Das darf uns aber nicht bloß zu der Aussage nötigen, die Zeit von Augustinus bis zu Galilei wäre luziferisch, die Zeit von Galilei bis zu uns wäre ahrimanisch. Das wäre wiederum selber ein ahrimanisches Urteil, das wäre ein selber intellektualistisches Auslegen. Will man von einem solchen intellektualistischen Auslegen in ein Lebendiges hineinkommen, in ein miterlebendes Erkennen des Daseins, in das der Mensch hineingestellt ist, dann muß man das Ausdrucksmittel anders wenden. Dann muß man sagen: In der Zeit von Augustinus bis zu Galilei hatte der Mensch, um seinen Gleichgewichtszustand anzustreben, sich gegen das Luziferische zu wehren. In der neueren Zeit hat der Mensch, um seinen Gleichgewichtszustand anzustreben, sich gegen das Ahrimanische zu wehren.

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Cite: GA 210/1922-01-01/p030 · edition original