Westen, Osten und Mitte
So etwas ist ausgedrückt durchaus in Wort- und Gedankenformen, die dem Westen nachgebildet sind, die Gedankenform entlehnt, die Wortform nachgebildet. Aber so, wie es ausgesprochen wird und so, wie der Impuls da ist, um es auszusprechen, so ist es im Westen unmöglich. Man kann das nicht bei irgendeinem Philosophen des Westens in derselben Weise ausgesprochen finden. Man stelle sich nur einmal vor, daß Mill oder Bergson so etwas aussprechen sollten! Man kann es sich nicht vorstellen. Und für solche Dinge muß man heute eine Empfindung haben. Man muß eine Empfindung dafür haben, aus welchen Lebensquellen irgendwelche Worte hervorkommen. Der Wortinhalt wird immer bedeutungsloser gegenüber einer Weltanschauung. Die Empfindung, aus welchen Lebensquellen die Dinge herauskommen, das ist es, was eine Bedeutung hat.
Cite:
GA 210/1922-01-07/p015 · edition original