Der menschliche Organismus in seiner Dreigliedrigkeit und die wiederholten Erdenleben

GA 210/1922-02-18/p025 ·1922-02-18 · original (original)
Record: unknown. How this text was taken down (shorthand transcript, listeners' notes or manuscript) is not on record here. Unknown is not an assurance of a stenogram: check the edition's own notes before resting an argument on one word.

Da sehen wir auf das charakteristischste Drama des Calderón hin, auf den «Cyprianus», der eine Art wundertätiger Magier ist, also ein Mensch zunächst, der in den Naturdingen und Naturvorgängen lebt, indem er jene Geistigkeit durchforschen will. Wenn Sie das Bild eines solchen Menschen nach seiner späteren Metamorphose, nach der Faust-Metamorphose nehmen, so haben Sie nicht die volle Lebendigkeit, mit der etwa bei Calderón Cyprianus auftritt. Denn dieses Drinnenstehen in dem Geiste der Natur bei Cyprianus hat noch volles Leben. Da ist noch eine volle Selbstverständlichkeit, während bei Faust alles schon in Zweifel gehüllt ist. Während Faust von Anfang an nicht mehr recht an das Finden des Geistigen in der Natur glaubt, ist der Cyprianus des Calderón durchaus noch eine mittelalterliche Figur. So, wie der heutige Physiker oder Chemiker in seinem Laboratorium von seinen Apparaten umgeben ist, der Physiker von den Geißlerschen Röhren und andern Apparaten, der Chemiker von seinen Retorten und von seinen Wärmeöfen und dergleichen, so ist Cyprianus für seine Seelenverfassung überall von dem umgeben, was als das Geistige aufleuchtet und aufquillt aus den Naturvorgängen und Naturwesenheiten.

Read this passage in another edition
DEoriginalENEnglish
Raw JSON: /v1/steiner/de/ga/210/1922-02-18/p025.json
Cite: GA 210/1922-02-18/p025 · edition original