Der menschliche Organismus in seiner Dreigliedrigkeit und die wiederholten Erdenleben
Das ganze christliche Ringen des Mittelalters liegt darinnen. Der Mensch ist eingeschaltet zwischen dem, was er erleben kann vor der Geburt in der geistig-seelischen Welt und was er erleben soll, nachdem er durch die Pforte des Todes gegangen ist. Der Christus ist heruntergestiegen auf die Erde, weil nicht mehr gesehen werden konnte, was in früheren Zeiten noch im mittleren Menschen, im rhythmischen Menschen, gesehen worden ist, wovon ein Nachklang gesehen worden ist, als gerade dieser mittlere Mensch durch die Atmungsübungen des Jogasystems ausgebildet wurde, die also nicht eine Kopfausbildung waren, sondern eine Ausbildung des rhythmischen Menschen. Der Mensch kann den Christus in dieser Zeit nicht finden. Er strebt danach, ihn zu finden. Der Christus ist heruntergestiegen. Der Mensch soll, weil er ihn nicht mehr in der Erinnerung hat aus der Zeit, die er zwischen dem Tode und einer neuen Geburt durchlebt hat, er soll ihn hier finden.
Cite:
GA 210/1922-02-18/p032 · edition original