Der menschliche Organismus in seiner Dreigliedrigkeit und die wiederholten Erdenleben

GA 210/1922-02-18/p033 ·1922-02-18 · original (original)
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Solche Dramen wie das Cyprianus-Drama des Calderón stellen das Ringen nach diesem Finden dar, und es stellt eben die Schwierigkeiten dar, die der Mensch hat, der nun wirklich in die geistige Welt wiederum zurückkommen soll, der den Zusammenklang mit der geistigen Welt erleben soll. Cyprianus ist noch befangen von dem, was an Dämonenhaftem aus der alten heidnischen Welt nachklingt. Er hat aber auch das Jüdisch-Althebräische noch nicht so weit überwunden, daß es ihm ein Gegenwärtig-Irdisches geworden ist. Jahve thront für ihn noch in überirdischen Welten, ist nicht durch den Kreuzestod herabgestiegen und hat sich noch nicht mit der Erde vereinigt. Cyprianus und Justina erleben ihr Zusammengehen mit der geistigen Welt, indem sie sterben und durch die Pforte des Todes gehen. So furchtbar ist dieses Ringen, um den Christus hereinzubekommen in die menschliche Natur in der Zeit zwischen Geburt und Tod. Und ein Bewußtsein davon ist vorhanden, daß das Mittelalter eben noch nicht reif ist, um ihn in dieser Weise hereinzubekommen.

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