V. Das Wesen des Menschen und sein Ausdruck in der griechischen Kunst

GA 211/1922-03-31/p006 ·1922-03-31 · original (original)
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Es ist eigentlich so, daß die Erde fortwährend das Bestreben hat, den physischen Leib des Menschen für sich in Anspruch zu nehmen, ihrem eigenen Wesen einzuverleiben. Dagegen hat das Weltenall fortwährend die Tendenz, den Bildekräfte- oder Ätherleib des Menschen in die ganze Welt zu zerstreuen. Wenn der Mensch in dem Zustande ist zwischen dem Einschlafen und dem Aufwachen, dann wirken in dem, was im Bette bleibt, in dem physischen und in dem Bildekräfteleib, eigentlich die Kräfte so, daß der physische Leib fortwährend, wenn ich mich so ausdrücken darf, sich mit der Erde verbinden will. Er will der Erde ähnlich werden, er will ganz irdisch werden. Der Bildekräfte- oder Ätherleib will sich in das Weltenall zerstreuen. Und wenn wir des Morgens beim Aufwachen unseren physischen Leib und unseren Ätherleib wiederfinden, so ist es eigentlich so, daß, indem wir da in den physischen Leib hineinkommen, er uns sagt: Mich hat die Erde in Anspruch genommen während der ganzen Nacht, mich wollte die Erde zu Staub formen. Nur dadurch, daß du mich den gestrigen Tag und die vorhergehenden Erdentage zusammengehalten hast durch dein Ich und durch deinen astralischen Leib, bin ich noch ein physischer Leib geblieben; es wirkten in mir die Kräfte des Zusammenhaltens fort. - Ebenso sagt der Bildekräfte- oder Ätherleib: Eben nur, weil ich die Gewohnheit angenommen habe, dir ähnlich zu sein, habe ich die menschliche Form behalten. Eigentlich haben mich die Kräfte des Weltenalls während der Nacht, während du schliefest, während du außer mir warest, in alle Winde zerstreuen wollen.

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Cite: GA 211/1922-03-31/p006 · edition original