V. Das Wesen des Menschen und sein Ausdruck in der griechischen Kunst
Wir haben jedesmal, wenn wir aufwachen, im Grunde genommen die Anstrengung zu machen, unseren physischen Leib wiederum richtig in unseren Besitz zu nehmen. Er will eigentlich uns abhanden kommen vom Einschlafen bis zum Aufwachen. Das tun wir durch das Ich. Das Ich kann, wenn es dazu geschult ist, sich wirklich so empfinden, als ob es jeden Morgen neuerdings von dem physischen Leib Besitz ergreifen möchte. Der astralische Leib, der kann spüren beim Aufwachen, daß er den Ätherleib sich ähnlich machen muß. Der wollte schon eine unmenschliche Form annehmen. Der astralische Leib muß ihn wiederum in die menschliche Form zurückdrängen. Man möchte sagen: Der physische Leib verliert während des Schlafens die Neigung, sich von dem Ich besitzen zu lassen, und der Ätherleib verliert die Neigung, menschenähnliche Gestalt zu haben. Er flattert aus. So daß tatsächlich die Gestalt, die unser physischer Leib hat, nur ein Ergebnis der Ich-Wirkung in unserer menschlichen Wesenheit ist. In der gegenwärtigen Seelenverfassung haben die Menschen ja nicht viel Empfindung für so etwas, das sich in den Worten ausdrücken läßt: Wenn ich im Aufwachezustand in meinen physischen Leib zurückkehre, dann muß ich ihn erst wiederum in Besitz nehmen. Er wollte mir abhanden kommen, und der Ätherleib wollte zerflattern.
Cite:
GA 211/1922-03-31/p007 · edition original