{"corpus":"steiner","locus":"GA 211/1922-03-31/p028","lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"text":"Nehmen Sie den entgegengesetzten Fall: Es sei gar keine Veranlassung da, daß das Ich und der astralische Leib aus dem physischen und aus dem Ätherleib heraus sollen, und dennoch, sie werden herausgetrieben, weil der physische und der Ätherleib von außen zerstört werden, weil sie genommen werden dem Ich und dem astralischen Leibe. Da müssen also dieses Ich und der astralische Leib heraus. Aber indem von außen zerstört werden physischer Leib und Ätherleib, bekommen sie eine Form, welche auf der einen Seite der Zerstörungskraft folgt, auf der anderen Seite förmlich sichtbar macht, wie das Ich und der astralische Leib herausgedrängt werden. Bei Niobe braucht das nicht zu sein; da ist es plötzlich. Aber nehmen Sie an, Niobe würde nicht dadurch, daß sie das Leichenfeld ihrer Sprößlinge ansieht, herauseilen aus ihrem physischen und dem Ätherleib, sondern es würde irgend etwas geschehen mit ihrem physischen und mit ihrem Ätherleib, daß die Seele herausgedrängt würde. Da würde man sehen an dem physischen und an dem Ätherleib nicht, wie sie zur Bildsäule werden, nicht, wie sie erstarren gewissermaßen in der Materie, in der geformten Materie, sondern man würde sehen, wie das Ich da drinnen noch wirkt, wie der astralische Leib sich noch bemüht, den ätherischen Leib zu formen. Das haben Sie ja auch in Griechenland gebildet: Das ist der Laokoon. Den Laokoon können Sie verstehen, wenn Sie sich durchdringen mit der Erkenntnis, daß es da entgegengesetzt ist wie bei der Niobe, daß da von außen der physische Leib und der Ätherleib zerstört werden und wie das Ganze kämpft mit dem Ich und mit dem astralischen Leib, die da herausgedrängt werden. So daß Sie in jeder Formung, in der Formung des Mundes, in der Formung des Gesichtes, in dem Halten der Arme, in den Formen, die die Finger annehmen, es dem Laokoon ansehen, daß die Situation wiedergegeben ist, von der ich eben jetzt spreche.","text_trust":"verbatim","quote_safe":true,"title":"V. Das Wesen des Menschen und sein Ausdruck in der griechischen Kunst","site_heading":null,"date":"1922-03-31","location":null,"word_count":308,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/211/1922-03-31/p028","alignment_confidence":null,"alignment_reason":null,"two_voice_volume":false,"translation_credit":null,"edition_coverage":{"de":["original"],"en":["English"]},"available_versions":[{"lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/211/1922-03-31/p028"},{"lang":"en","edition":"English","edition_basis":null,"is_original":false,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/en/ga/211/1922-03-31/p028","paragraph_aligned":true}],"record":{"record_type":"unknown","scope":"volume","note":"How this text was taken down (shorthand transcript, listeners' notes or manuscript) is not on record here. Unknown is not an assurance of a stenogram: check the edition's own notes before resting an argument on one word.","evidence":null,"evidence_translation":null,"evidence_source":null}}